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College – das angelsächsische Modell

Öffentlich oder privat, mit Stipendium oder eliteverdächtig, das amerikanische College bietet zahlreiche Ausbildungschancen, vom allgemeinbildenden Studium bis zum berufsorientierten Karrieresprungbrett. Das College ist in Deutschland anders als in den angelsächsischen Ländern bisher nur wenig verbreitet. Dort stellt es einen wesentlichen Bestandteil der Bildungslandschaft dar. College bezeichnet zum einen die Fakultät innerhalb einer University (Business oder Law College, College of Arts, Humanities and Sciences, etc.). Ähnlich wie im Französischen (École) spricht man auch von School (Med School, Music School, etc.). Zum anderen ist College auch das gebräuchliche Synonym für University als selbständige Hochschule, die ebenfalls gerne School genannt wird.

In den USA gibt es ca. 2.500 selbständige Universitäten, die staatlich akkreditiert sind und damit öffentliche Förderung erhalten. Man unterscheidet State Universities (in Trägerschaft der Bundesstaaten), Private Universities (häufig Stiftungen) sowie Community, City oder County Colleges (primär finanziert von Kommunen bzw. Landkreisen). Studiengebühren, Spenden der Alumni sowie Drittmittelförderung bilden die weiteren Säulen der Finanzierung. Jeder Student hat Anspruch auf Studienkredite, wobei die Universität gegenüber den Banken bürgt. Andererseits kostet das Studium häufig garnichts, da angelsächsische Universitäten sehr viele Stipendien vergeben.

Das Grundstudium wird nach vier Jahren mit dem Bachelor abgeschlossen, kann aber auch länger dauern, da Studienzeitbegrenzungen unbekannt sind. Das Bachelor-Studium ist anders als in Deutschland kein Ausbildungsstudium, sondern eine Art Studium Universale. Während der ersten beiden Studienjahre wird an den Undergraduate Colleges breit aufgesetztes Allgemeinwissen vermittelt. Eine Spezialisierung tritt im Wesentlichen erst im dritten und vierten Studienjahr ein und wird von den Postgraduates später im Hauptstudium (Master, Promotion) vertieft.